Eine knifflige Angelegenheit

Geduld und Beharrlichkeit…

Ich mag auffällige Ringe. Dabei stellt das Einpassen der Fassung in die Ringschiene eine besondere Herausforderung dar. Mit meinen handwerklichen Möglichkeiten bedeutet das einen längeren Prozess: Ganz genau hinschauen, feilen, anhalten, Lücken registrieren… Die Regel vor dem Löten: “It doesn’t fit right, if you still see the light.” – Wenn durch die zukünftige Lötnaht noch ein Lichtstrahl dringt, ist sie noch zu weit, und der Versuch, sie zu schließen wird vermutlich misslingen.

Also noch eine Runde: Hinschauen, feilen, anhalten…

Wenn es dann endlich passt und die Fassung fest sitzt, werde ich durch ein Hochgefühl belohnt, das die Mühe mehr als aufwiegt.


Organischer Designprozess

Was stelle ich mir darunter vor?

Mich reizt im Arbeitsprozess das offene Ergebnis. Zu Beginn habe ich keine feste Vorstellung, wie das fertige Stück sein wird. Ich betrachte das Metall, Steine, Formen, Farben und lasse sie auf mich wirken. Manchmal schiebe ich das Projekt wieder weg und nehme mir ein anderes vor.

Entscheidung: Wird das Stück klassisch-symmetrisch oder “organisch”? Zur Zeit reizt mich eher der organische Prozess… Ich sehe ein glattes Stück Metall und bin neugierig zu sehen, wie es sich verändert, eigene Strukturen ausbildet, von mir geleitet, aber ergebnisoffen. Es entstehen natürliche Formen… manchmal sperren sie sich der weiteren Verarbeitung, dann heißt es: einschmelzen und von vorne beginnen.

Mit etwas Glück halte ich dann etwas in der Hand, in dem ich das zukünftige Schmuckstück erkenne. Und es wirkt, als hätte ich es gerade eben aus dem im Magmastom eines Vulkans herausgefischt.