Organischer Designprozess

Was stelle ich mir darunter vor?

Mich reizt im Arbeitsprozess das offene Ergebnis. Zu Beginn habe ich keine feste Vorstellung, wie das fertige Stück sein wird. Ich betrachte das Metall, Steine, Formen, Farben und lasse sie auf mich wirken. Manchmal schiebe ich das Projekt wieder weg und nehme mir ein anderes vor.

Entscheidung: Wird das Stück klassisch-symmetrisch oder „organisch“? Zur Zeit reizt mich eher der organische Prozess… Ich sehe ein glattes Stück Metall und bin neugierig zu sehen, wie es sich verändert, eigene Strukturen ausbildet, von mir geleitet, aber ergebnisoffen. Es entstehen natürliche Formen… manchmal sperren sie sich der weiteren Verarbeitung, dann heißt es: einschmelzen und von vorne beginnen.

Mit etwas Glück halte ich dann etwas in der Hand, in dem ich das zukünftige Schmuckstück erkenne. Und es wirkt, als hätte ich es gerade eben aus dem im Magmastom eines Vulkans herausgefischt.

Wie wird man SchmuckdesignerIn?

Ob in jungen Jahren über Berufsausbildungen oder später als Quereinsteiger mit Weiterbildungen: Unabdingbare Voraussetzung ist Leidenschaft für die Bearbeitung des oft widerspenstigen Werkstoffs und die Schönheit der selbst geschaffenen Ergebnisse. Nur sie stattet die Werkbank mit unwiderstehlicher Anziehungskraft aus, lässt Rückschläge ertragen und macht, dass ich Visionen entwickle und nachts von kniffligen Techniken und Werkstücken träume.  

Berufsausbildungen werden von Handwerkskammern und Kunstakademien angeboten, auch viele selbstständige Goldschmiede bilden aus und/oder veranstalten Kurse für Amateure. Aber gleich ob ich dieses Metier als Hobby oder professionell betreiben will, spielt die Qualität der Ergebnisse eine Rolle und erfordert eine stetige Weiterentwicklung der handwerklichen Fertigkeiten.

Ideen entwickeln, Neues ausprobieren, sich über Erfolge freuen und von Misserfolgen nicht entmutigen lassen. Beständig lernen und die eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln – damit wird das Leben spannend!